Ja, Sonnencreme im Winter ist in vielen Situationen sinnvoll, und zwar nicht nur beim Skifahren. Massgebend ist der UV-Index: Liegt er bei 3 oder höher, gilt laut WHO die Empfehlung zum Schutz, egal welche Jahreszeit gerade herrscht. Im Alltag reicht meist LSF 30, bei Schnee, in der Höhe oder beim Wintersport empfehlen sich LSF 50+ sowie eine UV-geschützte Brille.
Kurz gesagt:
- Ab Indexwert 3 gilt ganzjährig Schutz; leichte Bewölkung senkt die Belastung durch ultraviolette Strahlung nur um 5 bis 10 Prozent.
- Im Alltag genügt meist LSF 30; bei Schnee, in großer Höhe oder längerem Aufenthalt im Freien empfiehlt sich LSF 50+ mit Breitbandschutz.
- Eine Sonnenbrille mit Filterschutz bis 400 Nanometer und dem Zeichen CE schützt die Augen bei Schnee vor Schneeblindheit.
- Tragen Sie Sonnencreme 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien auf und erneuern Sie den Schutz alle zwei Stunden sowie nach dem Schwitzen.
Inhaltsverzeichnis
- Wann und warum Sonnenschutz im Winter nötig ist
- Spezielle Risiken beim Wintersport: Schnee, Höhe und Schneeblindheit
- Welcher Sonnenschutz eignet sich im Winter?
- Richtiges Auftragen und Nachcremen im Winter
- Ergänzende Schutzmassnahmen und kurzer Hinweis zu Vitamin D
- Warum wir als Kosmetik-Shop über Wintersonnenschutz schreiben
- Passender Sonnenschutz aus unserem Sortiment
- FAQ
- Quellen
Wann und warum Sonnenschutz im Winter nötig ist
Der UV-Index zeigt an, wie stark die ultraviolette Strahlung an einem bestimmten Ort und Tag ist. Er wird in der Schweiz täglich von MeteoSchweiz berechnet und berücksichtigt dabei Sonnenstand, Höhe und Wolkenlage. Die Schutzempfehlung setzt bei einem Wert von 3 ein, das gilt laut BAG ganzjährig, also auch im Januar oder Februar, wenn viele diesen Gedanken für absurd halten.
Zwei Effekte machen den Winter heikler, als er wirkt. Schnee reflektiert UV-Strahlung extrem stark, bis zu 80 bis 90 Prozent treffen laut MeteoSchweiz ein zweites Mal auf die Haut, diesmal von unten. Dazu kommt die Höhe: Pro 1000 Höhenmeter steigt die UV-Intensität um etwa zehn bis zwölf Prozent. Wer also auf 2500 Metern im Schnee steht, bewegt sich in einem völlig anderen Strahlungsregime als jemand im Tal.
Praktiker verlassen sich deshalb nicht auf das Bauchgefühl, sondern auf die MeteoSchweiz-App, die tagesaktuelle Werte liefert und Höhe, Bewölkung und Reflexion bereits einrechnet.
Ein verbreiteter Irrtum betrifft die Wolken. Viele denken, bedeckter Himmel mache Sonnenschutz überflüssig. Laut BAG senkt eine leichte Bewölkung die UV-Belastung aber nur um 5 bis 10 Prozent, in manchen Fällen kann Streustrahlung die Belastung sogar lokal erhöhen. Wer sich also an einem grauen Wintertag auf dem Gipfel oder der Skipiste bewegt, ist kaum besser geschützt als bei klarem Himmel.
Drei Faktoren bestimmen also, ob Sie im Winter zur Sonnencreme greifen sollten:
- Der aktuelle UV-Index liegt bei 3 oder darüber.
- Schnee oder reflektierende Flächen sind in der Nähe.
- Sie befinden sich in größerer Höhe, etwa beim Skifahren oder Wandern.
Spezielle Risiken beim Wintersport: Schnee, Höhe und Schneeblindheit
Schnee und Höhe zusammen ergeben eine Kombination, die viele unterschätzen. An einem sonnigen Tag auf 2000 bis 3000 Metern kann die effektive UV-Dosis laut MeteoSchweiz der eines sonnigen Frühlingstages im Flachland entsprechen. Das Sonnenbrandrisiko steigt dadurch deutlich, oft schneller, als man es beim Skifahren oder Tourengehen bemerkt, weil die kalte Luft das Hitzegefühl maskiert, das normalerweise vor zu viel Sonne warnt.
Eine zweite Gefahr betrifft die Augen: die Schneeblindheit, medizinisch Photokeratitis genannt. Sie entsteht, wenn ungeschützte Augen über längere Zeit stark reflektiertem UV-Licht ausgesetzt sind, und äußert sich laut WHO durch Schmerzen, Tränenfluss und ein Gefühl von Sand in den Augen, meist einige Stunden nach der Exposition. Eine Sonnenbrille mit UV400-Kennzeichnung und CE-Zeichen verhindert das zuverlässig.
Für einen Tag auf der Piste oder im winterlichen Hochgebirge gelten damit klare Regeln:
- Tragen Sie LSF 50+ mit Breitbandschutz, am besten eine wasser- und schweissfeste Formel.
- Setzen Sie eine Sonnenbrille mit UV400-Schutz und CE-Kennzeichnung auf, bevor Sie losfahren.
- Cremen Sie alle zwei Stunden nach, besonders an Nase, Ohren und Lippen.
- Legen Sie bei starker Sonne Pausen im Schatten ein, auch wenn es kalt ist.
Profi-Tipp: Tragen Sie Sonnencreme schon unter den Skihandschuhen und am Hals auf, diese Stellen werden beim Eincremen am Morgen oft vergessen und sind der Reflexion direkt ausgesetzt.
Welcher Sonnenschutz eignet sich im Winter?
Die Grundregel bleibt simpel: Im Alltag genügt meist LSF 30, bei Schnee, in der Höhe oder bei längerer Exposition empfiehlt sich LSF 50+. Wichtig ist in beiden Fällen ein Breitbandschutz, der sowohl UV-A als auch UVB-Strahlen abdeckt, denn laut BAG reicht ein reiner UVB-Filter nicht aus, um die Haut vollständig zu schützen.
Bei der Wahl zwischen mineralischen und chemischen Filtern spielt die Kälte durchaus eine Rolle. Mineralische Filter wie Zinkoxid liegen als Schutzschicht auf der Haut und eignen sich gut für empfindliche oder zu Rötungen neigende Haut, allerdings hinterlassen sie bei manchen Formulierungen einen helleren Film, der bei Minusgraden und trockener Winterluft stärker auffällt. Chemische Filter ziehen meist leichter ein und fühlen sich unter Handschuhen oder Skimasken angenehmer an, brauchen aber die bekannten 20 bis 30 Minuten Einwirkzeit, bevor sie wirken.
Für die Praxis lohnt sich eine kleine Produktauswahl:
- Ein Sun-Stick für schnelles Nachcremen unterwegs, ohne die Hände einzucremen oder Make-up zu verwischen.
- Eine getönte Sonnencreme für den Alltag, die Sonnenschutz und leichte Abdeckung in einem Schritt kombiniert.
- Ein Lippenbalsam mit LSF, weil Lippen beim Wintersport besonders oft vergessen werden und schnell spröde und wund werden.
Richtiges Auftragen und Nachcremen im Winter
Die Menge entscheidet oft mehr über den Schutz als das Produkt selbst. Für den ganzen Körper empfiehlt die WHO etwa 3 bis 4 gehäufte Esslöffel Sonnencreme bei einer erwachsenen Person, fürs Gesicht hat sich die Fingerlängenregel bewährt: ein Streifen Creme entlang des Zeigefingers pro Gesichtshälfte.
Timing und Häufigkeit sind ebenso wichtig wie die Menge:
- Tragen Sie die Sonnencreme 20 bis 30 Minuten auf, bevor Sie nach draussen gehen, damit sie einziehen und ihre Schutzwirkung aufbauen kann.
- Cremen Sie bei anhaltendem Aufenthalt im Freien alle zwei Stunden nach, auch wenn die Haut noch nicht gerötet ist.
- Nach dem Schwitzen oder beim Abwischen von Schweiss sollten Sie grundsätzlich nachcremen, selbst wenn die Formel als wasserfest gilt.
Profi-Tipp: Über fertiges Make-up lässt sich ein Sun-Stick oder ein SPF-Puder deutlich einfacher auftragen als flüssige Creme, so bleibt das Nachcremen auch unterwegs realistisch.
Abends lohnt sich die gründliche Reinigung: Sonnencreme sollte vor dem Schlafen abgewaschen werden, damit sich die Haut über Nacht regenerieren kann, ohne dass Rückstände die Poren belasten.
Ergänzende Schutzmassnahmen und kurzer Hinweis zu Vitamin D
Sonnencreme ist nur ein Baustein im winterlichen Schutzkonzept. Eine Sonnenbrille mit CE-Kennzeichnung und UV400-Schutz gehört bei Schnee praktisch zur Pflicht, laut BAG empfiehlt sich je nach Helligkeit eine Tönungskategorie zwischen 2 und 4, bei grellem Schnee eher am oberen Ende. Besonders bei Kindern sollte auf eine gut sitzende, seitlich abschliessende Brille geachtet werden.
Kleidung, Mütze und Schatten bleiben die wirksamsten Schutzmassnahmen, Sonnencreme kommt dort zum Einsatz, wo Haut unbedeckt bleibt: Gesicht, Ohren, Nacken und Hände.
Ein kurzer Blick auf Vitamin D gehört in dieses Thema, weil die körpereigene Bildung im Winter durch den flachen Sonnenstand und weniger Tageslicht ohnehin reduziert ist. Wer sich an sonnigen Wintertagen kurz der Sonne aussetzt, muss deshalb keine Sorge haben, den Vitamin-D-Haushalt durch Sonnenschutz zusätzlich zu verschlechtern, bei anhaltendem Mangel empfiehlt sich aber eine Abklärung mit ärztlichem Rat statt Spekulation.
Warum wir als Kosmetik-Shop über Wintersonnenschutz schreiben
Wir bei Rammilav verkaufen authentische koreanische Kosmetik, Sonnenschutz ist bei uns kein Nebenprodukt, sondern fester Bestandteil des Sortiments. Gerade im Winter erreichen uns viele Fragen dazu, ob SPF überhaupt noch nötig ist, und wir wollten hier einmal sauber darstellen, worauf es ankommt, mit amtlichen Quellen statt Bauchgefühl.
Dieser Artikel stammt von Aleksejs, der sich bei uns mit Hautpflege und koreanischen Formulierungen beschäftigt. Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte, findet in unserem Ratgeber zu SPF in der K-Beauty weiterführende Hintergründe zu Filtertypen und Textur.
— Aleksejs
Passender Sonnenschutz aus unserem Sortiment
Wer nach der Lektüre direkt handeln möchte: In unserem Katalog führen wir eine Auswahl an Sonnenschutzprodukten, von Gesichts-SPF bis Sun-Stick. Für Schnee und Wintersport eignet sich etwa die Enough Collagen 3x Moisture Sonnencreme SPF50+, die hohen Schutz mit zusätzlicher Feuchtigkeitspflege verbindet, ein Pluspunkt bei kalter, trockener Winterluft.
Für den Alltag unter Make-up bietet sich die Skin1004 Madagascar Centella Air-Fit Sonnencreme Plus SPF50+ in Getönt an, sie deckt leicht ab und schützt gleichzeitig. Für unterwegs, etwa auf der Piste oder im Büro, eignet sich der Tocobo Cotton Soft Sonnenstick SPF50+ zum schnellen Nachcremen ohne Fingerkontakt.
Wir bieten schnelle Lieferung innerhalb der Schweiz und informieren auf unserer Webseite über Versandkosten und Lieferzeiten. Wer auch nach der Sonne die Haut unterstützen möchte, findet in diesem Partnerartikel zur Hautregeneration ergänzende Hinweise zur Pflege beanspruchter Haut.
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ersetzt nicht die Beratung durch einen qualifizierten Arzt. Wenden Sie sich an eine qualifizierte medizinische Fachperson zu Ihrer persönlichen Lage, bevor Sie auf Grundlage dieses Inhalts handeln.
FAQ
Ist Sonnencreme im Winter sinnvoll?
Ja, Sonnencreme ist im Winter sinnvoll, sobald der UV-Index bei 3 oder höher liegt, das gilt laut WHO unabhängig von der Jahreszeit. Besonders bei Schnee, in der Höhe oder beim Wintersport steigt die UV-Belastung durch Reflexion und dünnere Atmosphäre deutlich an.
Sollte man Sonnencreme abends abwaschen?
Ja, Sonnencreme sollte abends gründlich abgewaschen werden, damit sich die Haut über Nacht erholen kann. Rückstände von Filtern und eingelagertem Schmutz können sonst die Poren belasten und die nächtliche Regeneration beeinträchtigen.
Wird man ab 16 Uhr noch braun?
Die UV-Intensität nimmt am späten Nachmittag spürbar ab, Bräunung ist dann deutlich geringer als in den Mittagsstunden. Im Winter ist der Effekt wegen des ohnehin flachen Sonnenstands noch ausgeprägter, ein relevantes Sonnenbrandrisiko besteht bei hohem UV-Index aber weiterhin.
Wie hoch ist der UV-Index im Winter?
Der UV-Index liegt im Winter in tiefen Lagen oft unter 3, kann in den Bergen durch Höhe und Schneereflexion aber deutlich ansteigen, wie MeteoSchweiz erklärt. Ab einem Wert von 3 empfehlen BAG und WHO konkrete Schutzmassnahmen, auch im Winter.