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Natürliche Inhaltsstoffe: Was wirklich wirkt

·Rammilav Team
Natürliche Inhaltsstoffe: Was wirklich wirkt

«Natürlich» ist das meistgebrauchte Wort der Kosmetikbranche. Es steht auf Verpackungen, in Werbespots, neben kleinen Blatt-Symbolen. Nur: Rechtlich geschützt ist es nicht. Jede Creme darf sich natürlich nennen, egal was drinsteckt.

Deshalb lohnt sich ein nüchterner Blick: Welche pflanzlichen Inhaltsstoffe haben belegte Wirkung, und wo ist Natur vor allem Marketing?

Diese Naturstoffe haben Substanz

Grüner Tee

Der Extrakt enthält EGCG, ein starkes Antioxidans. Es schützt vor freien Radikalen und hemmt die Talgproduktion, weshalb grüner Tee besonders für ölige und zu Unreinheiten neigende Haut interessant ist. Achte darauf, dass Camellia Sinensis in der INCI-Liste weit vorne steht. Ganz hinten heisst: homöopathische Dosis.

Centella Asiatica

In der asiatischen Medizin seit Jahrhunderten im Einsatz, in der koreanischen Hautpflege ein Standard. Madecassosid und Asiaticosid beruhigen gereizte Haut, unterstützen die Regeneration und stärken die Hautbarriere. Einer der wenigen Pflanzenstoffe, zu denen es solide Studien gibt.

Aloe Vera

Kein Wundermittel, aber ein guter Feuchtigkeitsspender mit kühlendem Effekt. Nach dem Sonnenbad oder auf gereizter Haut sinnvoll. Wichtig ist die Konzentration: «mit Aloe Vera» auf der Vorderseite sagt nichts darüber, wie viel tatsächlich enthalten ist.

Fermentierte Pflanzenextrakte

Reis, Galactomyces, Saccharomyces: Fermentation zerlegt grosse Moleküle in kleinere, die besser in die Haut eindringen. Koreanische Marken arbeiten seit Jahren damit. Die Haut wirkt ebenmässiger und praller, ohne dass ein einzelner scharfer Wirkstoff nötig wäre.

Wo Natur reizt statt pflegt

Ätherische Öle riechen wunderbar und sind trotzdem ein häufiger Grund für Kontaktallergien. Lavendel, Teebaum, Zitrusöle: alles natürlich, alles potenziell reizend. Limonene und Linalool stehen auf fast jeder INCI-Liste klassischer Naturkosmetik und gehören zu den bekanntesten Kontaktallergenen überhaupt.

Natürlich heisst eben nicht sanft.

Und Hyaluronsäure? Vitamin C?

Hier wird die Trennung zwischen Natur und Labor unscharf. Hyaluronsäure kommt im Körper natürlich vor, wird für Kosmetik aber biotechnologisch durch Fermentation hergestellt. Vitamin C steckt in Zitronen, das stabile Vitamin C im Serum stammt trotzdem aus dem Labor. Schlechter macht sie das nicht. Im Gegenteil: Laborherstellung bedeutet gleichbleibende Qualität und Reinheit.

Für deine Haut zählt nicht die Herkunft eines Inhaltsstoffs, sondern Konzentration, Formulierung und Verträglichkeit.

So liest du an der Packung ab, was wirkt

Die INCI-Liste ist absteigend sortiert: Was vorne steht, ist am meisten enthalten. Steht der beworbene Pflanzenextrakt an drittletzter Stelle hinter dem Parfüm, kaufst du vor allem das Etikett. Kurze Listen mit dem Wirkstoff weit oben sind meist die bessere Wahl als dreissig Zutaten mit schönen Namen.

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